Das Interview mit unserem Partner "Blühende Landschaft"

Erfahre mehr über die Zusammenarbeit mit unserem Partner "Blühende Landschaft"! Heute kannst du ein exklusives Interview mit Herrn Slaby von "Blühende Landschaft" lesen. Ihr Anliegen ist es, ein harmonisches Miteinander von Bienen, Menschen und Natur zu erreichen. Das betrifft die Haltung der Bienen in der Imkerei ebenso wie die gemeinsamen Lebensräume von Honig- und Wildbienen, und ebenfalls für alle bestäubenden Insekten. In diesem Interview öffnet sie die Türen zu ihrer engagierten Arbeitsweise.

Bitte erzählen Sie uns über Ihre Arbeit beim Netzwerk Blühende Landschaft.


Ich bin im Vorstand von Mellifera aktiv und betreue die Firmenkooperationen unserer Initiativen. 
Mellifera e. V. wurde 1986 als Vereinigung für wesensgemäße Bienenhaltung gegründet. Der gemeinnützige Verein setzt sich für einen achtsamen Umgang mit den Bienen ein, sowohl in der imkerlichen Praxis als auch in der Pflege ihrer Lebensräume. Zahlreiche Projekte und Initiativen für Biene, Mensch und Natur sind seit der Gründung innerhalb des Vereines entstanden, darunter die Initiativen „Bienen machen Schule“ und  das „Netzwerk Blühende Landschaft“.  

Das Netzwerk Blühende Landschaft ist seit 2003 deutschlandweiter Vorreiter in der Förderung und dem Schutz von Lebensräumen blütenbestäubender Insekten. Das Netzwerk vereint ein breites Bündnis aus Naturschutz, Imkerei und Landwirtschaft unter dem Trägerverein. Es entwickelt als gemeinsames Forum insektenfreundliche Konzepte für alle Zielgruppenbereiche weiter und stellt gesammeltes Praxiswissen digital wie analog zur Verfügung. Das Netzwerk initiiert und realisiert seine nachhaltig angelegten Projekte regional wie bundesweit. Unser Ziel ist es, dass auf allen Ebenen sinnvolle Maßnahmen gegen das Insektensterben und den massiven Verlust der Artenvielfalt implementiert werden, sodass Deutschland vielfältig aufblüht und überall neuer Lebensraum für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Co. entstehen. 


Können Sie uns erläutern, warum der Schutz der Bienen so wichtig ist?


In Deutschland gibt es ca. 560 Bienenarten. Zu Ihnen gehören die Honigbienen ebenso wie die Hummeln. Die allermeisten unserer Wildbienenarten leben jedoch solitär, sprich nicht in Staaten. Diese bezeichnen wir hier wie allgemeinen Sprachgebrauch als “Wildbienen”. Wild- und Honigbienen haben ein unschätzbaren Wert für unsere Nahrungssicherheit und die Artenvielfalt: Jeder dritte Bissen unseres Essens hängt von der Bestäubung durch Insekten ab, ohne Bienen sähe es auf unseren Tellern also mehr als mager aus, da die allermeisten Obst- und Gemüsesorten von Bienen bestäubt werden. Durch den Blütenbesuch der Bienen bilden blühende Pflanzen Früchte und Samen aus, die wiederum für zahlreiche andere Wildtiere wie unsere heimischen Singvögel eine wichtige Nahrungsgrundlage bieten.

Mit unserem Bienenbouquet unterstützen wir den Anbau von 1ha Blühwiese - was bewirkt dies für die Bienen?

In unserem Projekt BienenBlütenReich legen wir auf mehr als 200 Millionen Quadratmetern in ganz Deutschland hochwertige Blühflächen an, die zum größten Teil aus mehrjährigen Wildblumen bestehen. Diese Wildblumen sind für Wildbienen besonders wichtig, da viele Arten echte Gourmets sind und auf ganz bestimmte Blüten spezialisiert sind. Schwindet die Blüte, schwindet auch die auf sie spezialisierte Wildbiene. Mit unserem Projekt regen wir darüberhinaus zur Nachahmung an: Über Führungen auf den Flächen und eine intensive Öffentlichkeitsarbeit begeistern wir Menschen zu eigenen Blühprojekten nach dem Motto: Gemeinsam lassen wir es blühen! 

Neuerdings setzen wir im Projekt noch weitere Maßnahmen um, die darauf abzielen, dauerhaften Lebensraum für bestäubende Insekten zu schaffen, dazu gehören insbesondere Streuobstwiesen und -bäume, artenreiche Blumenwiesen, Staudenbeete im innerstädtischen Bereich sowie Heckenpflanzungen, die vielen Tierarten unserer Wiesen und Felder dauerhaften Lebenraum, Nahrung und Deckung bieten. 


Was können wir im Privaten tun, um Bienen besser zu schützen?


Jeder, der einen Garten hat, kann selbst eine Blühoase für Bienen schaffen, etwa durch heimische Stauden, blühende Sträucher oder heimische Wildbumen. Selbst auf dem Balkon kann eine Nektartankstelle geschaffen werden.

Auf unserer Webseite https://bluehende-landschaft.de/bluehflaechen/zuhause-im-privatgarten/ findet man zahlreiche praktische Tipps für den eigenen Garten.

Wer noch mehr tun will, kann sich einer Regionalgruppe unseres Netzwerks anschließen, oder eine Blühpatenschaft übernehmen: www.bluehpate.de

Etwas das die meisten über Bienen vielleicht noch nicht wussten ...


Obwohl Honigbienen Insekten sind, weisen Bienenvölker viele Eigenschaften auf, die sonst nur Säugetiere haben: Sie füttern ihre Brut mit Gelée Royale, welches sie wie eine Art Muttermilch in ihren Stirndrüsen produzieren. Sie betreiben einen hohen Aufwand, um ihre „Kinderstube“ - ihren essenziell wichtigen Brutraum konstant auf 35 Grad Celsius zu temperieren. Sie kommunizieren über eine ausgefeilte Tanzsprache und tauschen so wichtige Informationen aus, etwa über die besten Standorte von Nektarquellen. Gleichzeitig haben sie sich als extrem lernfähig erwiesen und stellen damit viele Wirbeltiere in den Schatten. Sie bilden somit einen Superorganismus, der in vielen Bereichen für uns Vorbild sein kann. 


Zu guter letzt: Was fasziniert Sie an Bienen am meisten?

Bienen sind die einzigen Wesen, die sich ernähren, ohne etwas zu zerstören. Ganz im Gegenteil: Wenn Bienen Blüten besuchen, um Nektar und Pollen zu sammeln, schenken sie der Natur Fruchtbarkeit. Jede Blüte, die besucht wird, wird von den Bienen beschenkt. Das ist unglaublich faszinierend. Wie schön wäre es, wenn wir diesem Vorbild folgen könnten – in unseren sozialen Kontakten, aber auch in der Art, wie wir wirtschaften. 

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